Gemeinde, Kirche, Versammlung
Es gibt viele Gemeinden, Kirchen und Versammlungen. Ist diese Vielfalt gut, fragen sich manche Christen. Zu welcher dieser christlichen Glaubensrichtungen sollte ich mich am besten wenden, könnte eine zweite Frage lauten. Oder anders ausgedrückt: Wie soll sich jemand, der eine bibelorientierte Gemeinde sucht, noch zurechtfinden?Am Anfang kurz etwas über den Begriff „Gemeinde“. Bestimmt haben Sie schon mindestens diese drei Titel für Gemeinde gehört:
Gemeinde
Kirche
Versammlung
Versammlung
Diese Bedeutung wird – wie wir finden – am besten durch den Begriff „Versammlung“ deutlich. Menschen, die vorher in bestimmten Verbindungen gelebt haben, hat Gott aus diesen herausgerufen, um sie auf neuer Grundlage zu versammeln.Kirche
Der Ausdruck „Kirche“ ist letztlich ein Lehnwort, eine Verdeutschung des griechischen Wortes „kyriaké“, das im frühchristlichen Sprachgebrauch „Herrentag“, also den „Sonntag“ bedeutete, vielleicht auch in Verbindung mit dem Haus Gottes, dem Tempel des Herrn. Vermutlich kommt diese Bezeichnung für die biblische Ekklesia daher, dass die Gemeinde „Haus Gottes“ genannt wird und dass man im Neuen Testament liest, dass sich die örtliche Gemeinde immer wieder am ersten Tag der Woche, dem „Herrentag“ oder Sonntag, versammelt hat (vgl. zum Beispiel Apostelgeschichte 20,7).Es gilt allerdings zu bedenken, dass das Neue Testament gerade nicht davon spricht, dass Jesus Christus „Herr der Gemeinde“ ist. Er ist zwar Herr jedes einzelnen Gläubigen, steht aber mit der Gemeinde nicht in einem Herrschaftsverhältnis.
Gemeinde
Der dritte Ausdruck, „Gemeinde“, betont vor allem den Aspekt der Gemeinschaft. Gläubige Menschen haben etwas gemeinsam – ewiges Leben, einen Herrn und Retter, einen himmlischen Vater, sie gehören zur selben Familie usw. – und pflegen daher miteinander Gemeinschaft. Sie haben gemeinsame Interessen oder zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine gemeinsame Anhängerschaft bilden – hinter dem Herrn Jesus Christus her.Zwar wird durch das Wort „Gemeinde“ die Gemeinschaft mit Christus deutlich, nicht jedoch das „Versammeltsein“ um eine Person, den Herrn Jesus. Zudem ist „Gemeinde“ keine direkte Übersetzung von ekklesia, sondern der Versuch, einen wichtigen Sinngehalt dessen, was gemeint ist, in der deutschen Sprache wiederzugeben.
Schlussfolgerung
Daher scheint uns die Bezeichnung „Versammlung“ die beste und bis heute die am besten passende Übersetzung von „ekklesia“ zu sein. Weil sich unter vielen Christen jedoch der Begriff „Gemeinde“ durchgesetzt hat und manche „Versammlung“ als eine Bezeichnung für Christen mit einer bestimmten Glaubensüberzeugung verstehen, benutzen wir hier jetzt einmal den Ausdruck „Gemeinde“ weiter.Die Gemeinde ist keine Organisation, sondern ein Organismus
Die Gemeinde Gottes ist keine Organisation und auch kein Gebäude, wie man landläufig zum Beispiel den Begriff „Kirche“ verwendet. Sie ist ein Organismus, der aus Personen besteht. Paulus schreibt an die Gemeinde Gottes in Korinth – und er meint damit Personen in Korinth, die „geheiligt“ und berufene Heilige sind. Das sind keine Menschen, die nach ihrem Tod heilig gesprochen werden sollen. Es handelt sich um Menschen, die Gott für sich selbst zur Seite gestellt hat, damit sie zu Ihm gehören und Ihm dienen. Sie sind Heilige, weil Gott ihnen seine eigene heilige Natur geschenkt hat, das ewige Leben.Wie ist das möglich? Ganz einfach: Diese Menschen haben sich bekehrt, Gott hat ihnen neues Leben geschenkt, so dass sie von Neuem geboren worden sind. Sie sind erlöst: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er [Gott] treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1,9). „So viele ihn [den Herrn Jesus] aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, die … aus Gott geboren sind“ (Joh 1,12.13). „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3,16).
Wer gehört zur Gemeinde?
Wer gehört zu der Gemeinde Gottes? Jeder, der Jesus Christus seine Sünden gesagt – das heißt unter echter Buße bekannt –, und Ihn als Retter angenommen hat. In Verbindung mit dem persönlichen Glauben ist ein solcher mit dem Heiligten Geist versiegelt worden (Epheser 1,13). Allein der Glaube an Jesus Christus und sein Erlösungswerk rettet, nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten christlichen Gruppierung, Kirche, Gemeinde oder Versammlung. Man nimmt persönlich an, dass der Herr Jesus für die eigenen Sünden gestorben ist und die Strafe für die persönliche Schuld getragen hat. So wird man Kind Gottes und damit zugleich zu einem Glied (nicht Mitglied) der Gemeinde Gottes.Die Gemeinde an einem Ort
Bisher haben wir ausschließlich von der einen weltweiten Gemeinde des Herrn Jesus gesprochen, zu der alle Erlösten, alle wahren von Neuem geborenen Christen gehören. Die weltweite Gemeinde kann aber so ohne weiteres nicht nach außen sichtbar werden, weil es unmöglich ist, dass alle wahren Christen an einem bestimmten Ort zusammen kommen. Daher kennt das Neue Testament auch noch einen anderen Aspekt der weltweiten Gemeinde Gottes: die Gemeinde an einem Ort. Sie repräsentiert die weltweite Gemeinde Gottes, und wird sichtbar, wenn sie an einem Ort zusammenkommt. Diese biblische Wahrheit möchten wir gerne durch unsere Zusammenkünfte darstellen.Wir treffen uns in Darmstadt regelmäßig zum Abendmahl, zum gemeinsamen Beten, zu einer Bibelverkündigung und zu einer Bibelbetrachtung. Die Adresse finden Sie auf der Startseite. Jeder ist herzlich eingeladen. Gerne können Sie auch vorher Kontakt mit uns aufnehmen. Für ein persönliches Gespräch stehen wir gerne zur Verfügung.